Internetausfälle dokumentieren und dem Anbieter belegen
Das Muster ist immer dasselbe: Die Verbindung ist für ein paar Minuten weg. Bis man in der Warteschleife durch ist, läuft alles wieder, die Leitung wird geprüft und für in Ordnung befunden. Beim nächsten Mal von vorn. Was fehlt, ist nicht der gute Wille — es fehlt die Aufzeichnung.
Was ein brauchbarer Nachweis enthalten muss
Ein Satz wie „das Internet fällt ständig aus" ist keine Angabe, mit der jemand arbeiten kann. Brauchbar wird es mit vier Dingen:
- Zeitpunkt — Datum und Uhrzeit jedes einzelnen Ausfalls, nicht „meistens abends".
- Dauer — wie lange er anhielt. Zwanzig Ausfälle zu vier Sekunden sind ein anderes Problem als zwei zu vierzig Minuten und führen zu einer anderen Prüfung.
- Häufigkeit über einen Zeitraum — ein einzelner Ausfall ist ein Vorfall, dreißig in zwei Wochen sind ein Muster. Erst das Muster ist ein Argument.
- Wie gemessen wurde — woran erkannt wurde, dass die Verbindung weg war. Ohne diese Angabe ist die Zahl nicht nachvollziehbar.
Der Zeitraum ist dabei der Teil, den man am ehesten unterschätzt. Wer erst anfängt mitzuschreiben, wenn er sich beschweren will, hat nach einer Woche zwei Vorfälle. Wer seit drei Monaten mitschreibt, hat eine Historie — und die beantwortet die erste Rückfrage („seit wann?") von selbst.
Warum ein Ping-Protokoll allein nicht reicht
Der naheliegende Selbstbau ist ein Dauerping auf eine Adresse, mitgeschrieben in eine Datei. Das ist besser als nichts, hat aber drei Schwächen, die im Gespräch genau dann auffallen, wenn man sie nicht gebrauchen kann:
- Ein einziges Ziel ist kein Beweis. Antwortet es nicht, kann die eigene Leitung tot sein — oder nur dieser eine Server. Wer das nicht trennt, meldet Ausfälle, die keine waren, und verliert damit den Rest seiner Aufstellung gleich mit.
- Ein Namensproblem sieht aus wie ein Leitungsproblem. Wenn nur die Namensauflösung klemmt, ist die Verbindung selbst in Ordnung. Ein Ping auf einen Namen kann beides nicht auseinanderhalten; ein Ping auf eine IP-Adresse schon.
- ICMP braucht unter Windows Administratorrechte und wird von manchen Netzen grundsätzlich verworfen. Eine gewöhnliche TCP-Verbindung braucht beides nicht.
Dazu kommt das Alltägliche: Ein Protokoll, das nur läuft, solange ein Fenster offen ist, hat genau dann eine Lücke, wenn der Rechner neu gestartet wurde — und eine Lücke in der Aufzeichnung ist im Gespräch schlechter als gar keine Aufzeichnung, weil sie erklärt werden muss.
Womit man es automatisch mitschreibt
Genau dafür ist UptimeLogger gebaut. Es läuft im Hintergrund, prüft die Verbindung laufend und hält fest, wann sie weg war und wie lange.
- Keine ICMP-Pings, sondern gewöhnliche TCP-Verbindungen zu mehreren Servern aus einer einstellbaren Liste — öffentliche DNS-Resolver, über ihre IP-Adresse angesprochen. Damit sind die ersten beiden Schwächen von oben erledigt: ein einzelner ausgefallener Server ist kein Ausfall, und eine kaputte Namensauflösung wird nicht für eine kaputte Leitung gehalten.
- Ein Dashboard mit den Kennzahlen für jeden gewählten Zeitraum: Anzahl der Ausfälle, Zeit offline, längster Ausfall, Verfügbarkeit.
- Ein Jahr Historie als Kalender-Heatmap — das Muster, das man mit einer Textdatei erst mühsam sichtbar machen müsste.
- CSV-Export für die eigene Auswertung und ein PDF-Bericht, der einen gewählten Zeitraum zusammenfasst. Der Bericht ist für genau dieses Gespräch gemacht.
Kostenlos, kein Konto, keine Telemetrie. Alles bleibt in einer lokalen Datenbank auf dem eigenen Rechner. Installation für Windows und macOS.
Was eine solche Aufzeichnung nicht leistet
Damit die Zahlen im Gespräch halten, was sie versprechen, gehört die andere Hälfte dazu:
- Sie misst vom eigenen Rechner aus. Ein Ausfall in der Aufzeichnung heißt: von hier aus war nichts erreichbar. Ob die Ursache beim Anbieter lag, am eigenen Router, am WLAN oder am Kabel, sagt sie nicht. Wer das behauptet, wird beim ersten Rückfragen widerlegt — und steht dann schlechter da als ohne Aufstellung.
- Sie misst Erreichbarkeit, nicht Geschwindigkeit. Eine Leitung, die durchgehend steht, aber zu langsam ist, ist ein anderes Thema mit anderen Nachweisen.
- Sie ersetzt keine Rechtsberatung. Was ein Anbieter schuldet und was eine Aufstellung im Streitfall wert ist, steht hier bewusst nicht.
Was sie leistet, ist trotzdem das Entscheidende: Sie verwandelt „ständig" in eine Zahl, einen Zeitraum und eine Liste von Zeitpunkten. Über die lässt sich reden.
Wenn es geholfen hat
UptimeLogger ist kostenlos und bleibt es. Wenn es dir eine Diskussion mit deinem Anbieter erspart hat, kannst du mir einen Kaffee spendieren.